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Veräußerungsnebenkosten als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

Makler-, Rechtsanwalts- und Notarkosten, die für den Verkauf einer nicht vermieteten Immobilie angefallen sind, sind als Werbungskosten bei einer aus dem Verkaufserlös angeschafften und vermieteten Immobilie zu berücksichtigen (; Revision anhängig, BFH-Az. IX R 22/18).

Sachverhalt: Die Beteiligten streiten darüber, ob bei den Einkünften aus der Vermietung einer Immobilie als Werbungskosten Aufwendungen zu berücksichtigen sind, die in Zusammenhang mit dem Verkauf eines nicht zur Einkünfteerzielung genutzten Hauses entstanden sind, wenn der Erlös aus dem Verkauf des Hauses für den Erwerb der vermieteten Wohnung verwendet wird.

Hierzu führten die Richter des Finanzgerichts Köln weiter aus:

  • Die von der Klägerin geltend gemachten Aufwendungen für die Maklerin, den Rechtsanwalt und den Notar, die für den Verkauf ihres Einfamilienhauses angefallen sind, sind Werbungskosten und bei den Einkünften aus der Vermietung der Eigentumswohnung abzuziehen.

  • Ein Veranlassungszusammenhang zwischen den Veräußerungsnebenkosten und den späteren Einkünften aus Vermietung und Verpachtung ist gegeben.

  • Vorliegend hat die Klägerin mit den Käufern vereinbart, dass diese den Kaufpreis auf das Vermietungskonto überweisen. Nach der vollständigen Gutschrift am hat sie sofort die Umbuchung in Höhe von 60.000 € auf das Darlehen veranlasst, das unstreitig zur Finanzierung der Eigentumswohnung diente, die die Klägerin vermietet hat.

  • Der durch die Veräußerung des Einfamilienhauses erzielte Erlös ist von vornherein zur Finanzierung der Eigentumswohnung bestimmt und tatsächlich verwendet worden.

  • Der Zusammenhang zwischen den hier in Rede stehenden Aufwendungen mit den Einkünften aus der Vermietung der Eigentumswohnung überlagert den Zusammenhang der Aufwendungen mit den Veräußerungsverträgen über das Einfamilienhaus mit der Folge, dass die Aufwendungen als Werbungskosten bei den Einkünften der Klägerin aus Vermietung und Verpachtung zum Abzug zugelassen werden müssen.

Hinweis:

Der vorliegende Fall dürfte einen Sonderfall darstellen und nicht ohne weiteres auf alle Fälle übertragen werden können, in denen der Erlös aus dem Verkauf einer Immobilie für die Anschaffung einer anderen Immobilie verwendet wird. Entscheidende Bedeutung kommt dem im Urteil erwähnten Veranlassungszusammenhang zu.

Quelle: FG Köln online